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17.10.2018 von Axel Sammrey

Oyten. Die Wertigkeit von Verträgen im Profi-Fußball ist offensichtlich gesunken. Immer öfter steigen Spieler, Trainer oder Verantwortliche früher aus dem geschlossenen Arbeitspapier aus – auch im Amateurbereich. Deshalb sind lange Verlängerungen immer mehr mit Vorsicht zu genießen. Denn es gibt längst keine Garantie mehr dafür, dass die getroffene Vereinbarung auch eingehalten wird. Der Fußball-Bezirksligist TV Oyten hat trotzdem eine langfristige Lösung gewagt und seinen Trainer Axel Sammrey mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet (wir berichteten). Und hier ist die Wahrscheinlichkeit auch groß, dass beide Parteien mindestens bis zu diesem Zeitpunkt zusammenarbeiten. „Ich bin sehr verlässlich und schätze den Verein Oyten auch so ein. Ich war ja auch zwölf Jahre beim TSV Ottersberg. Wenn ich Ja sage, dann läuft das so lange. Es war ja keine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Ich bin kein Freund davon, alle zwei Jahre woanders hinzugehen“, betont Sammrey, der sogar ein Engagement nach 2021 offenlässt: „Solange es mir Spaß macht und ich das Gefühl habe, etwas bewegen zu können, werde ich Trainer sein – und wenn ich noch mit 105 da rumlaufe.“

Die Übereinkunft beider Parteien sorgt für hohe Kontinuität beim TVO, der über die Vertragsverlängerung des 61-Jährigen froh ist. „Da steckt ein entwicklungstechnischer Plan dahinter. Wir wollen auf die Jugendarbeit und die eigenen Leute setzen: Das sind keine kurzfristigen Themen. Da braucht es eine hohe Stabilität und Planbarkeit“, berichtet der 51 Jahre alte Detlef Meyer, TVO-Vorsitzender der Sparte Fußball. Ihm geht es dabei natürlich nicht nur darum, die Position lange besetzt zu haben, ihm ist auch das Wer wichtig. Und Sammrey ist für Meyer genau der richtige Mann am richtigen Ort: „Wenn ein Trainer wie Axel es schafft, dass so viele Spieler unentgeltlich die Bereitschaft haben, so viel Zeit für den Fußball beim TV Oyten zu investieren, dann musst du als Vorstand reagieren und das wertschätzen. Es gibt kaum jemanden, der mehr Erfahrung hat und weiß, wie Herrenfußball funktioniert. Es gibt genug Beispiele in seiner Vita, die das deutlich machen. Wenn uns gar nichts mehr einfällt, dann können wir da Rafael Czichos nehmen, der bei ihm in Ottersberg gespielt hat und nun Spieler vom 1.FC Köln ist.“ Auch seine bisherige Tätigkeit in Oyten rechtfertigt das Vertrauen des Vereines. Mit der Kreisliga-Meisterschaft im ersten Jahr (2016), dem fünften (2017) und dem dritten Platz (2018) in der Bezirksliga, ist die bisherige Zusammenarbeit von absolutem Erfolg geprägt.

Erster auf dem Trainingsplatz

Wenn möglich, dann soll weiter daran angeknüpft werden. Meyer sagt: „Unser großes Ziel ist der Aufstieg in der Landesliga. Dafür arbeiten wir hart. Das legen wir aber nicht auf ein Jahr fest, weil wir das auch nicht alleine in der Hand haben. Man kann nicht wissen, was in der Zukunft ist, was einzelne Spieler im privaten und beruflichen Bereich machen. Und man weiß auch nicht, wann eine Übermacht wie letztes Jahr der FC Verden in der Liga ist oder wann du mit Absteigern aus der Landesliga wie Etelsen und Ottersberg Konkurrenz bekommst. Da hängst du nicht drin. Wir sind aber überzeugt davon, dass uns unser Weg zum Ziel bringen wird.“ Sammrey teilt dieses Vorhaben und sicher scheint dabei: An seinem Engagement wird es nicht liegen. „Ich bin der Erste, der auf dem Trainingsplatz oder beim Spiel erscheint. Und ich bin nicht der Erste, der wegläuft. Wenn man etwas erreichen will, dann muss man Zeit opfern. Das lebe ich vor“, beschreibt der 61-Jährige.

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