TV Oyten - Newsartikel drucken


Autor: Axel Sammrey
Datum: 26.03.2018


Weser Kurier von Tobias Dohr. Fünf furiose Minuten. TV Oyten muss sich dem FC Worpswede deutlich geschlagen geben. Nur bis zum 0:1 hat die Elf von Axel Sammrey den Gegner im Griff.

Worpswede. Der FC Worpswede hat sich eindrucksvoll aus der Winterpause zurückgemeldet. Das Team von Trainer Sven Vorburg bezwang den TV Oyten – vor diesem Spieltag immerhin Tabellenzweiter der Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3 – gleich mit 4:1 (3:0). Den abstiegsbedrohten Kickern aus dem Künstlerdorf gelang dabei ein Dreierpack innerhalb von nur fünf Minuten.

"Bis zum 0:1 hatten wir hier eigentlich alles im Griff", konstatierte Axel Sammrey nach der Partie. Der Oytener Trainer wollte seinem Team keine Vorwürfe machen, außer diesen: "Bei den Gegentoren haben wir das nicht gut verteidigt." Man musste aber auch festhalten: Die Worpsweder nutzten die sich bietenden Räume richtig stark aus. Beim 1:0 beispielsweise spielte Innenverteidiger Elias Schupp einen sensationellen Diagonalball auf den linken Flügel, wo Jan-Henrik Kück Gegenspieler Henrik Müller stehen ließ und in der Mitte den mitgelaufenen Mario Bolduan anspielte. Der FC-Kapitän brauchte nur noch den Fuß hinzuhalten (38.).

Auch beim 2:0 nur zwei Minuten später gebührte Kück ein großer Anteil. Wieder setzte er sich über links durch, diesmal kam Patrik Kuhna zu spät. In der Mitte behielt der starke Niklas Heitmann die Ruhe und erhöhte auf 2:0. Und als wiederum zwei Minuten später Lukas Rodenburg nach einer Ecke von Felix Ambrosi völlig freistehend in zentraler Position einen Kopfball in die Maschen drückte, rieben sich die knapp 70 Zuschauer verwundert die Augen. Was war hier denn gerade los?

Ein bisschen war der Spielverlauf damit auf den Kopf gestellt, denn der Gast aus Oyten hatte erwartungsgemäß ein Übergewicht gehabt und auch mehr Ballbesitz verzeichnet. Doch die Worpsweder, bei denen Neuzugang Eric Kientega schon nach 19 Minuten mit einer ausgekugelten Schulter vom Platz musste, hielten mit großer Leidenschaft dagegen. Mit Aboubakar Diomande übernahm ein weiterer Winterzugang Kientegas Platz in der Innenverteidigung und führte dort in der zweiten Halbzeit eine starke Regie.

Dennoch mussten die Worpsweder noch einmal zittern. Denn die Oytener setzten nach Wiederbeginn alles auf eine Karte. Gleich mehrfach musste Worpswede-Keeper Bartosz Hölscher stark parieren. In der 69. Minute war dann aber auch er machtlos. Pascal Döpke verkürzte per Strafstoß auf 1:3. Zuvor hatte Elias Schuppe eben jenen Döpke zu Fall gebracht. Zehn Minuten lang schien das Spiel nun doch noch kippen zu können, doch die Worpswede wackelten nur kurz – und profitierten erstmalig von den neuen Möglichkeiten im Kader. Denn mit Alpha Fadiga saß noch ein neuer Mann auf der Bank. Und diesen brachte Sven Vorburg 15 Minuten vor dem Ende der Partie ins Spiel.

Und eben jener Fadiga war es dann auch, der mit einer tollen Einzelleistung gleich vier Oytener Abwehrspieler austanzte und die endgültige Entscheidung erzwang (84.). "Es klingt vielleicht etwas großkotzig, aber es war tatsächlich ein verdienter Sieg für uns. Auch wenn wir hier gegen den Tabellenzweiten gespielt haben", fasste Sven Vorburg das erste Spiel seiner Mannschaft nach der Winterpause zusammen. "Die Tore waren wirklich schön herausgespielt, es waren keine Zufallstreffer dabei, und jeder einzelne Spieler hat unheimlich viel investiert. Nur so kann es gehen." Und genau in solch einer Verfassung dürften die Worpsweder in Sachen Klassenerhalt noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden.